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Südafrika Teil 2: 23.10.2008 – 26.11.2008
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Heute ist Wandertag. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit und das eigentlich wunderschöne Panorama des Royal Natal NP ist hinter dichtem Nebel versteckt, es nieselt. Egal. Der 15 km lange
Rundtrip führt durch Graslandschaft, Regenwald und schließlich noch vorbei an den Tiger Falls, einem besonders schönen Wasserfall, hinter dem man sich bei besserem Wetter hervorragend hätte erfrischen können. Nach geruhsamer
Nacht meint es der Wettergott am nächsten Morgen doch noch gut mit uns und gewährt uns einen gigantischen Blick auf das so genannte Amphitheater, eine eindrucksvolle Felsformation. Wenige Minuten später ist das Schauspiel aber
schon wieder vorbei und der Gebirgszug gut in dichten Wolken verpackt...
Die Fahrt zurück zur N3 führt uns noch einmal durchs „schwarze Afrika“,
sprich durch die Transkei. In diesem, für Landwirtschaft ungeeigneten Gebiet wurden zur Zeit der Apartheid viele Farbige Zwangs umgesiedelt. Helmut Kohls „blühende Landschaften“ trifft man hier nicht an, wir sichten
jedoch ein sehr spezielles, futuristisch wirkendes „Gebäude“, dessen Baustiel uns fasziniert. Hier wurde alles verwertet, was sich finden ließ und halbwegs zweckmäßig erschien. Kreativität kennt keine Grenzen.
Die Landschaft hat einen ganz eigenen Charme und der weitere Weg über die R56 auf die N2 bietet tolle Ausblicke. Hansi hat allerdings ganz schön zu kämpfen – eine
einzige Berg- und Talfahrt. In Kokstad schlagen wir uns durch zum Caravanpark, der laut Reiseführer empfehlenswert ist, aber schon seit mehr als nur einigen Monaten nicht mehr betrieben wird. Also
weiter Suchen. Dank traks4afrika finden wir ein schönes Plätzchen 10 km außerhalb in einem Naturreservat. Wir sind nicht zum ersten Mal enttäuscht von der Reisebuchserie, die sich rühmt, für
individuelles Reisen geeignet zu sein. Tags drauf legen wir einen kurzen Internet-Stop in Umtata ein, um endlich unseren Südafrika-Bericht Teil 1 auf den Weg zu bringen. Das Internetcafe befindet sich in
einer gut besuchten Shopping-Mall, die aufgrund der fast ausschließlich schwarzen Bevölkerung der Stadt ein vollkommen anderes Bild vermittelt als all die bisher angetroffenen südafrikanischen Malls.
Neben uns entdecken wir nur noch wenige Weiße, alle anderen Besucher sind schwarz oder farbig. Wir fühlen uns nicht unwohl, dafür sind wir schon zu lange unterwegs. Dennoch ist es in Südafrika
anders. Da noch immer zwei Welten nebeneinander leben, hat man hier einfach das Gefühl, nicht hier her zu gehören, sondern in die Städte, die von Weißen bewohnt werden. Für uns seltsam und fremd.
Weiter geht’s durch die nicht enden wollende Transkei. Sowohl Dörfer als auch Landschaft bieten keinerlei Abwechslung und langsam haben wir genug davon. So freuen wir uns sehr, als wir am Abend
in Ermangelung eines Campingplatzes ein B&B in Komga ansteuern, in dem wir sehr herzlich empfangen werden und für wenig Geld vor einem kleinen Chalet parken können, dessen Bad eine
herrlich warme Dusche spendet. Leider sind wir zu spät, um das Rugbyendspiel Blue Bulls gegen die Sharks sehen zu können. Die Blue Bulls haben verloren (Lodie, freust Du Dich?). Gut ausgeschlafen
setzen wir unsere Fahrt fort, mit dem Ziel, Port Elisabeth zu erreichen. Aber es soll anders kommen.
Nach wenigen Kilometern vernehmen wir ein metallisches Geräusch und unser Hansi bewegt sich
nicht mehr vorwärts. Am Straßenrand angehalten nimmt Uwe das Getriebe unter die Lupe. Fazit: Im Zwischengetriebe muss etwas kaputt sein. Da unser Hansi über Allrad verfügt haben wir wieder
einmal Glück im Unglück und können in der Untersetzung und im Kriechgang die etwa 60 km bis East London zurück legen. Natürlich ist ausgerechnet heute Sonntag und so bleibt uns nur, die Mercedes Werkstatt ausfindig zu machen, um gleich morgen früh bei Öffnung der
Tore auf den Hof zu rollen, was wir nach einer Nacht auf dem sehr merkwürdig anmutenden Nahoon Caravan Park auch tun. Da wir mit unserem Hansi sowohl über den Historik- als auch über den Reisenden
-Bonus verfügen, nimmt man sich unserer gleich an. Nach wenigen Blicken unter das Auto ist klar – es liegt nicht am Zwischengetriebe sondern am Sideshaft (Steckachse). Nach dem Lösen der
entsprechenden Schrauben herrscht Gewissheit: Die Welle der Steckachse hat sich vom Teller abgedreht. Es startet sogleich die Suche
nach einem Ersatzteil. Aber man tröstet uns: Wenn sich keines findet, lässt sich der Shaft schweißen, dass haben sie schon häufig gemacht. So verbringen wir den Tag im Hansi, beantworten die unzähligen Fragen
der Angestellten und Werkstattbesucher und müssen einige Male all zu Neugierige aus dem Auto verbannen. Nach einiger Zeit erfahren wir, dass sich kein Ersatzteil finden lässt und unsere Steckachse nun zum
Schweißen kommt. Warten ist angesagt. Kurz vor Feierabend trifft das reparierte Teil ein und wird in Windeseile eingebaut. Wir sind heil froh über die schnelle Hilfe und verabschieden uns herzlich.
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Die Freude währt jedoch keine 5 km. Die Schweißnaht ist gerissen. Wir telefonieren, um die unfrohe Botschaft zu überbringen, fahren im Kriechgang zum glücklicher Weise nahe gelegenen Lagoon
Valley Caravanpark und stehen am nächsten Morgen wieder auf dem Hof der Werkstatt. Um die Geschichte ein wenig abzukürzen: Die Achse wird noch einmal geschweißt, während man uns ins Vincent-Shopping-Center fährt, um dort die
Zeit zu überbrücken. Nicole besucht nach 10 Monaten erstmalig eine Friseur und sieht anschließend „um Jahre jünger aus“ – o-Ton Uwe. Am Abend vertröstet man uns auf den nächsten Tag und so nächtigen wir auf dem Parkplatz der
Werkstatt. Morgens bekommen wir eine kostenlose Stadtrundfahrt und dürfen uns noch einmal im Shopping Center austoben. Als wir nachmittags zurück kehren ist der Shaft erneut geschweißt. Diesmal kommen wir nicht einmal vom Hof.
Erneut gerissen. Schöner Mist. Wir legen den Kriechgang ein und nächtigen im Lagoon Valley Caravanpark. Am Morgen wieder in der Werkstatt, wird weiter nach einem Ersatzteil gesucht. Wir telefonieren mit Deutschland, wo wir
einen passenden Shaft ausfindig machen, zu einem recht stolzen Preis allerdings. Bleibt die Frage, wie wir das gute Stück in akzeptablem Zeitrahmen hier her schaffen können. Uns läuft die Zeit davon. Eigentlich wollten wir
längst in Kapstadt sein, um die Verschiffung vom Hansi in die Wege zu leiten. Während wir also die verschiedenen Möglichkeiten in unseren Köpfen hin und her wälzen und hoffen, dass sich in einem der vielen südafrikanischen
Hinterhöfe doch noch ein passender Shaft findet, steht mal wieder ein Interessierter vor unserem Auto und meint „Nice truck. What is the problem?“ Langer Rede kurzer Sinn: Er behauptet die Achse so schweißen zu können, dass sie
hält. Was haben wir zu verlieren. Uwe fährt mit, damit nicht wieder rum gepfuscht wird, aber heute klappt´s leider nicht mehr. Also beschließen wir, der Sache noch einen Tag Zeit zu geben. Eine weitere Werkstattparkplatznacht. Statt am Mittag kommt die geschweißte Achse dann erst am fortgeschrittenen
Nachmittag. Die Schweißnaht sieht viel versprechend aus. Nach einiger Bastelei sitzt die Achse, wir verabschieden uns zum dritten Mal, kommen stockend vom Hof, sehen schnell ein, dass es so nicht geht, setzen
zurück in die Einfahrt und beim Aussteigen erblicken wir eine qualmende Achse. Fazit: Steckachse war nicht frei gelaufen, ist heiß geworden und nun ist die ganze Achse verhunzt, das Achsgehäuse teilweise total
zerstört. Schöner Mist. Hätten wir nur unserem Gefühl vertraut, das beim Beobachten des Einbaus eher ungut war. Die komplette Achse wird als irreparabel eingestuft, es wird
telefoniert, eine gebrauchte Achse aufgetrieben – die auf Grund eines anderen Differentials allerdings nicht allradfähig ist – und noch bis spät in die Nacht hinein die komplette Hinterachse vom Hansi
ausgebaut. Wir werden vom Werkstattmeister in den Hunters-Club zum Grillen mitgenommen. Nachtlager ist erneut der Werkstattparkplatz.
Genervt aber dennoch zuversichtlich fahren wir am nächsten Morgen mit einem Werkstattteam – es ist eigentlich freier Samstag – zu Peter. Ein Ersatzteilhändler, der am Vorabend behauptet hatte, eine passende Achse zu haben. Um es mit einem Wort zu sagen: Schrott.
Alles Schrott. Auch sonst lässt sich nirgends eine passende Achse auftreiben. Der Samstag vergeht. Wir wollen ein Mietauto nehmen, um übers Wochenende unabhängig zu sein. Am Flughafen sind acht
Autovermietungen. Es gibt kein einziges Auto mehr. Wenn schon, dann läuft auch alles schief. John, der den letzten Schweißversuch initiiert hatte, kommt vorbei, um den Schaden zu begutachten. Er behauptet, er könne
die Achse wieder hinbekommen und verlädt das gute Stück auf seinen Pick-up. Nicole ist langsam am Ende. Heute morgen hieß es noch, die
Achse sein definitiv kaputt. Nein, er kann das machen. Zwei Tage. Er lädt uns ein, bei ihm zu übernachten. Als wir auf der Farm sind, gegessen haben und noch einmal nachhaken werden aus den
zwei Tagen drei bis vier Tage. Wir bitten ihn inständig, es in zwei Tagen zu versuchen. Nach einer Nacht auf der Farm hilft Uwe am nächsten Vormittag die Achse in ihre Einzelteile zu zerlegen. Dann
überlässt uns John sein Auto. Wir packen die wirklich aller letzten halbwegs sauberen Klamotten in eine Tasche und fahren nach Port Alfred – raus aus East London und mal etwas anderes sehen als kaputte Achsen...
Wir verbringen zwei schöne Tage mit etwas Abwechslung und Ruhe. Eigentlich wollten wir heute – Dienstag – zurück fahren, da alles fertig sein sollte. Ist es aber nicht. Also hängen wir noch einen Tag
dran und erstehen eine schöne alte Truhe als Wohnzimmertisch für Daheim. Die letzte Nacht verbringen wir in dem liebevoll eingerichteten “The Lookout Guesthouse“ (www.thelookout.co.za), in dessen großem Zimmer wir uns fast wie zu Hause fühlen. Das Frühstück am nächsten Morgen ist
grandios. Dann geht’s zurück nach East London wo unser Hansi immer noch mit amputierter Achse auf dem Hof ausharrt. Von wegen mittags fertig. Wir werden noch einen Tag vertröstet und sind
langsam alles andere als erfreut. Als aller erstes suchen wir uns einen Waschsalon, denn wir verfügen über kein einziges tragbares Kleidungsstück mehr. Dann in ein B&B. Logischer Weise sind wir
enttäuscht, denn nach der Nacht im „Outlook“ ist es schwer etwas annähernd Vergleichbares zu finden. Dafür gibt es Wireless LAN – Uwe surft den ganzen Abend. Gegen Mittag des folgenden Tages
trudeln wir in der Werkstatt ein, wo noch immer nichts passiert. Langsam ist unsere Geduld am Ende. Ja, jeder versucht nur sein Bestes und die Menschen sind wirklich außergewöhnlich gastfreundlich –
so viele Einladungen wie wir zum Essen und Übernachten erhalten, können wir gar nicht annehmen. Im Augenblick aber wollen wir einfach nur weiter. |
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Den ganzen Tag über heißt es: Heute wird´s fertig. Damit John sich möglichst ungestört der Achse widmen kann, holen wir seinen Sohn von der Schule ab. Nützt aber nix. Um die Story abzukürzen: Uwe
fährt raus auf die Farm, um beim Zusammenbauen der Achse zu helfen. Um 19.30 bekomme ich einen Anruf: Es dauert wohl noch eine ganze Weile bis die Achse fertig zusammengebaut sein wird, aber Uwe ist fest entschlossen sie heute
noch einbauen zu lassen, egal wie lange es dauert. Keine Vertröstungen mehr. Aber es soll doch wieder anders kommen. Uwe trifft um 22.30 Uhr ein, auf dem Pick-up unsere Achse, fertig zusammengebaut. Der Einbau ist vertagt auf Morgen. Und um 9 Uhr geht’s dann auch endlich los. Nach einigen
Stunden und Probefahrt auf dem Werkstattgelände gibt John dann sein o.k. und nach hoffentlich und endgültig der letzten Verabschiedungsrunde fahren wir einem wunderschönen Sonnenuntergang entgegen nach Port
Alfred, um endlich East London hinter uns zu lassen. Bei jedem „Knacken“ zucken zusammen und halten den Atem an. Als wir den Campsite nach etwa 150 km erreichen atmen wir auf: Die Reparatur scheint endlich gelungen!
Nächstes Ziel ist Port Elizabeth, wo wir uns mit Markus, den wir bei der Mua Mission in Malawi kennen gelernt hatten, treffen wollen. Gut dass wir uns erst für den späten Nachmittag verabredet haben, denn
bei unserem Abstecher zum Mittagessen am Strand entdecken wir einen Traumstrand, von dem wir uns nur schwer losreißen können. Aber auch der Abend mit Markus ist sehr schön. Dies betrifft in
erster Linie die netten Gespräche, während wir von dem Gang über den Boardwalk, einem Einkaufs- und Erlebnispark im wahrsten Sinne des Wortes, ziemlich erschrocken sind. Zahlreiche Geschäfte,
Lokale, Karussells und sogar ein Casino reihen sich um einen künstlich angelegten See aneinander. So viel Glanz und Glamour während wir die Armut so vieler Menschen noch deutlich vor den Augen
haben. Ein für uns schwerer Spagat.
Wir können bei Markus in der Einfahrt parken. Er ist für 6 Monate in P.E. und absolviert hier ein
Praktikum, welches er für sein Studium zum Wirtschafts-Ingenieur benötigt. Für den morgigen Sonntag planen wir ein gemütliches Frühstück auswärts. Die Fahrt zum Restaurant mit angeschlossenem
Farmladen gestaltet sich auf Grund der schönen Häuser und der nahe der Küste entdeckten Wale etwas länger als geplant und so gibt es bei unserer Ankunft kein Frühstück mehr. Wir gedulden uns
eine Stunde, bis die lunchtime beginnt. Ein schöner, gemütlicher Tag. Wir nächtigen noch einmal bei Markus in der Einfahrt, um diese am kommenden Morgen zeitig und gemeinsam mit Markus zu
räumen und den Anfang der Gardenroute zu erreichen. Doch wir kommen nicht weit. Es reicht gerade von der Einfahrt bis auf die Straße bis das unverkennbare „Kchrrrr“ signalisiert: die Steckachse ist
zum FÜNFTEN Mal gebrochen. So ein Mist! Wir bauen sie direkt an Ort und Stelle aus, um den Schaden zu begutachten. Wir schalten die Untersetzung ein und legen die glücklicher Weise nur 3 km
zum nächsten Campsite im Kriechgang zurück. Beratschlagen. Telefonieren. Wir haben wenig Hoffnung in einen erneuten Schweißversuch und beschließen, die Steckachse aus Deutschland
kommen zu lassen. Frau Opitz von der Firma Dreier (www.classic-trucks.de) ist uns eine große Hilfe und erkundigt sich so lange nach den verschiedenen Versandmöglichkeiten, bis sich mit UPS eine
recht zügige und kostenmäßig vertretbare Variante findet. Wir nehmen uns einen Mietwagen, um die sechs Tage nicht „festzusitzen“.
Wir packen ein paar Sachen zusammen und fahren nach Jeffreys Bay. Es gießt in Strömen und so entschließen wir, weiter zu fahren. Doch auch in Tsitsikama ist die Wetterlage nicht besser. Wir
erfahren, dass einige Kilometer weiter in Richtung Kapstadt sogar einige Straßenabschnitte wegen der starken Regenfälle gesperrt sind und bis zum Wochenende keine Besserung der Wetterlage in
Sicht ist. So kehren wir im nahen Backpackers ein, wo wir ein schönes Zimmer bekommen und vor dem warmen Feuer im Aufenthaltsraum auf Jannette und Chris treffen, denen wir bereits in Dar es
Salam und Lilongwe begegnet waren. Ein bemerkenswertes Paar, das seinen Ruhestand mit Reisen verbringt und bereits seit eineinhalb Jahren in einem Toyota-Bus unterwegs ist. Wir verbringen einen
unterhaltsamen Abend und stellen fest, dass wir in Mosambique nahezu an den gleichen Plätzen Station gemacht haben – selbst bei der kleinen Mission bei Mocuba, wo zum Aufbruch auch für sie ein
Gebet gesprochen wurde. Da ist ein Land so groß und doch läuft man die gleichen Plätze an. Verwunderlich und auch schön, so kann man die Erinnerungen prima teilen. Wir erfahren auch einiges
über die südafrikanische Backpacker-Szene und sind überrascht, wie toll die Zimmer und Gemeinschaftsräume sind. Sogar einen regelmäßig verkehrenden Shuttelbus zwischen den einzelnen
Backpackers gibt es. Wir sind baff – hatten wir den Begriff Backpacker doch mit etwas mehr Abendteuer und Individualität verbunden.
Als es am Morgen noch immer in Strömen gießt beschließen wir, zu Hansi zurück zu kehren. Bei dem Wetter ist uns unser „Heim“ doch der liebste Aufenthaltsort. Wir stoppen noch einmal in Jeffreys Bay,
und verbringen zwecks e-mail-Arbeit einige Stunden in einer nagelneuen Shopping Mall, die vieler Orts wie Pilze aus dem Boden wachsen. So wird es in Deutschland wohl in ein paar Jahren auch zu
gehen. Ausgestorbene Innenstädte und riesige Einkaufszentren. Schade.
Während der letzten Wochen und insbesondere Tage haben wir verstärkt die Shipping-Agenturen
genervt, denn wir wollen nun endlich wissen, ob und wann wir unseren Hansi heimbringen und für wann wir unseren Rückflug buchen können. Die Verschiffung gestaltet sich komplizierter als wir angenommen haben und nur auf Grund unseres permanenten Nachhakens erreichen wir schließlich, dass wir zumindest Preise und
Möglichkeiten aufgezeigt bekommen. Die Tage in P.E. vergehen wie im Fug. Wir erkunden ein wenig die Stadt, Uwe geht mit Markus ins Kino, während Nicole ihre Muscheln reinigt und verstaut. Den Sonntag
verbringen wir gemeinsam an unserem kürzlich entdeckten Traumstrand, den Markus noch gar nicht kannte. Wir beobachten zwei Angler bei ihren Sensationsfängen. Kurz hintereinander fischen sie zwei Haie aus dem
Ozean, die sie aber sogleich wieder in die Freiheit entlassen. Ob man hier wirklich schwimmen gehen sollte?
Am Dienstag ist es dann endlich so weit. Die Lieferung unserer Steckachse war von UPS auf 12 Uhr
datiert – mit Geld-zurück-Garantie. Und sie sind fast auf die Minute pünktlich. Uwe macht sich sofort an den Einbau der Achse. Da sich beim Probelauf ein paar merkwürdige Geräusche aus dem Differential
vernehmen lassen, informieren wir John in East London und er verspricht sein Kommen für morgen früh. Wir wollen einfach kein Risiko mehr eingehen und warten lieber noch einen Tag. Dies erweist
sich als gute Idee, denn nach Johns Ankunft ist schnell festgestellt, dass auch das Differential als solches in Mitleidenschaft gezogen ist. Es wird komplett ausgebaut gereinigt und neu montiert und
gegen Nachmittag ist es dann endlich so weit: Wir können weiter!
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Wir machen noch einmal in Jeffreys Bay Station. Dort gibt es einen Campsite, direkt am schönen Sandstrand gelegen. Muschelalarm inklusive. Noch ehe wir am nächsten Morgen Pläne schmieden können, steht ein Ehepaar vor der Tür: „Hallo, hallo, wir sind Paul und
Maria.“ Es braucht einen Moment, bis wir die zwei als den Paul und die Maria einordnen können, die uns im Februar ins Gästebuch eingetragen und uns zu sich eingeladen hatten. Wir trinken einen Kaffee im Hansi und
erfahren, dass auch sie auf die Reise gehen wollen und ihr neues Zuhause auf vier Rädern kurz vor der Fertigstellung ist. Paul bietet in diesem Rahmen einen besonderen Service: Wer den afrikanischen
Kontinent bereisen möchte, jedoch gerne einen sachkundig Erfahrenen an seiner Seite hätte, kann Paul und Maria mit ihrem Fahrzeug als Begleitung buchen. Mehr Infos unter www.tours2africa.co.za . Wir erhalten eine Einladung zum Abendessen, werden von Paul aber schon um 16 Uhr aufgelesen und erhalten eine Seightseeing-Tour durch die Stadt. Erster Stopp ist der
Aussichtspunkt aufs Meer an dem wir eine ganze Herde von Delfinen entdecken, die sich mit großen Sprüngen vor der Küste tummelt. Wir können uns kaum satt sehen. Wir durchfahren noch einige Wohngebiete
mit verschiedensten Baustielen, wobei wir von Paul erfahren, dass die meisten der vielen Häuser nur über Weihnachten belegt sind. Welch ein Jammer. Dann wartet das aus original Schweizer Röstis mit original
südafrikanischer Burewurst und herausragender Sauce bestehende Abendessen auf uns. Von Maria köstlich zubereitet – welch ein Genuss! Vielen Dank noch einmal an Euch zwei für den schönen Abend...
Wir verbringen noch einen halben Tag in Jeffreys Bay und schlendern nach dem Frühstück gemütlich am Strand entlang zum Muschelmuseum. Es sind unglaublich viele Prachtstücke ausgestellt und
Nicole kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Das älteste von uns gesichtete Exemplar stammt aus dem Jahre 1759. Wir gönnen uns noch einen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen mit Blick auf´s Meer, bevor wir uns auf den Weg nach Tsitsikama machen.
Diesmal ohne Regen und mit herrlicher Aussicht. Als wir durch den Nationalpark hinunter zum Campsite fahren erblicken wir erneut eine riesige Delfinfamilie. Wir machen es ausnahmsweise wie die
Südafrikaner und schüren ein Feuer in dem auf jedem Stellplatz vorgerichteten Grill und lassen es uns bei herrlichem Sonnenuntergang gefolgt von faszinierendem Sternenhimmel gut schmecken.
Morgens ist es zugezogen und nieselt ein wenig, was uns jedoch nicht von unserer Wanderung auf der ersten Etappe des Otter-Trails bis hin zum Wasserfall abhält. Direkt an der Steilküste entlang inmitten
blühender Blumen und mit schönen Ausblicken aufs Meer. Und dann eine schöne heiße Dusche. Tags drauf machen wir uns auf den Weg nach Knysna, einer Stadt, die an einem natürlichen Wasserbecken
liegt, das lediglich durch eine schmale Felsspalte mit dem Meer verbunden ist. Wir besuchen die touristisch geprägt Waterfront und stellen einmal mehr fest: das hat mit unserem Bild von Afrika nicht
mehr viel zu tun. Sehr touristisch und Erinnerungen an deutsche Seebäder machen sich in unseren Köpfen breit. Nur das in dieses Bild der Wal, der vor der Küste kunstvolle Sprünge vollführt, nicht ganz
hineinpasst. Also doch Afrika. Aber anders als in den letzten Monaten eben.
Nach langen Wochen der Drängelei erhalten wir endlich die verbindliche Zusage von der Shipping
-Agentur. Unser Hansi kann am 21.12. in East London auf´s Schiff. Da der ganz genaue Abfahrtstermin auf Grund der Gezeiten etwas variieren kann, beschließen wir, unseren Rückflug erst
für den 22.12. zu buchen. Als wir diesen Schritt vollziehen und das Internet Cafe wieder verlassen verspüren wir ein eigenartiges Gefühl. Das Ende unseres Jahres steht nun fest und liegt zudem auch
noch in so greifbarer Nähe. Uns bleiben noch gute drei Wochen. Konstantin Wecker würde sagen: „Das ist erschreckend überschaubar.“ Wehmut macht sich breit, aber auch ein wenig Freude auf das
Wiedersehen mit Familie und Freunden. Wir beschließen, die verbleibende Zeit noch einmal in vollen Zügen zu genießen. Aus diesem Grund beenden wir diesen Bericht genau JETZT und machen statt
dessen eine schöne Strandwanderung...Fortsetzung folgt.... |
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