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Malawi: 10.08.2008 – 08.09.2008
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Die Grenzformalitäten verlaufen völlig unkompliziert. Carnet und Pässe werden in Tansania ausgestempelt, in Malawi wird eingestempelt. Wir müssen lediglich ein wenig warten, da vor uns eine ganze
Gruppe Overlander Schlange steht. Jetzt brauchen wir nur noch die erforderliche Haftpflichtversicherung für Hansi abzuschließen. Die kleinen Büros der verschiedenen Versicherer reihen sich hinter dem Grenzzaun aneinander. Wir betreten das erste und
erkundigen uns nach der zu zahlenden Gebühr. 70 US$. Das ist eine ganze Menge und so wollen wir gehen, um uns im nächsten Büro zu erkundigen. Die Jungs halten uns zurück und fragen: „How much do you
want to pay?“ Tja, wie viel wollen wir bezahlen. Wir bieten 20 US$ und nach einigem verhandeln einigen wir uns schließlich auf 35 US$ für vier Wochen. Da der Drucker ein Treiberproblem hat dauert es eine ganze
Weile – manche „Probleme“ sind doch überall auf der Welt die gleichen!
Wir fahren noch bis nach Karonga, dem ersten größeren Ort und kehren etwa 5 km vor dem
Ortszentrum im „Beach Chamber Motel“ ein, wo wir von Alex, einem jungen Malawier, sehr herzlich empfangen werden. Wir sollen uns unbedingt auch die Zimmer ansehen, für den Fall, dass wir eines
Tages ohne Auto wieder kämen. Tags drauf wird erst einmal eine malawische SIM-Karte für´s Telefon, Brot, Kaffee sowie malawisches Geld besorgt. Der erste Eindruck von Land und Leuten ist sehr
angenehm. Unser heutiges Ziel ist die Mission Livingstonia, die der Engländer Dr. Laws 1894 auf einem Hochplateau errichtete und zu Ehren seines Freundes Livingston nach ihm benannte. Der Weg
führt über zahlreiche enge Kurven, lässt sich mit etwas Umsicht jedoch auch mit unserem Hansi meistern. Eigentlich ist diese Anfahrt für Lkw´s gesperrt. Als wir an dem am Abzweig eingerichteten
Polizei-Check-Point nachfragen, dürfen wir ihn jedoch nehmen. Auf halber Strecke steht ein junger Kerl am Straßenrand, beladen mit einer Steige Brot und klitsch nass geschwitzt. Wir nehmen ihn mit und
erfahren, dass er das Plateau jeden Tag einmal erklimmt, um Produkte für den oben betriebenen Supermarkt hinauf zu schaffen. Das ist wirklich sportlich! Oben angelangt ist es deutlich kühler. Die
Missionsstation ist größer als wir erwartet hatten und verfügt sogar über ein Krankenhaus, Schulen und eine Universität. Die zahlreichen kleinen Backsteingebäude vermitteln das Gefühl, als sei die Zeit hier
vor 100 Jahren stehen geblieben. Die Atmosphäre ist fast besinnlich und sehr angenehm. Nach einer kurzen Mittagspause besichtigen wir das im alten Wohnhaus von Dr. Laws eingerichtete kleine
Museum sowie die Kirche. Wir können vor dem so genannten „Stone House“ campen und lassen uns ausnahmsweise am nächsten Morgen ein Frühstück servieren, das stilgerecht im alten Wohnzimmer
Dr. Laws aufgetischt wird, leider aber nur für den ersten Hunger reicht. Dann verlassen wir die kleine Missionsstadt und fahren durch wunderschöne, bergige und sehr fruchtbare Gegend wieder an den
Malawi-See hinunter. Dabei entdecken wir neben den weitläufigen Bananenplantagen auch einige Ananasfelder und wissen jetzt nicht nur wie der Pfeffer wächst. |
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Kurz hinter dem Erreichen der Hauptstraße besichtigen wir eine, vielleicht sogar die letzte Bambushängebrücken Malawis. Diese Basket-Bridge ist eine äußerst wackelige Angelegenheit, die
noch immer sehr viel genutzt wird und daher inzwischen mit mehren Stahlseile gesichert wurde. Die anwesenden Kinder turnen für´s Foto herum. Wir fahren weiter nach Mzuzu, wo wir noch ein paar Lebensmittel und Müsli (!) besorgen
und nach einem kurzen Mittagessen in Richtung Nkhata Bay aufbrechen. Bei der Ortsausfahrt entdecken wir einen Wegweiser mit dem „Mzuzu-Coffee“-Logo, dem wir kurzerhand folgen. Leider befindet sich hier jedoch nur das Gästehaus,
die eigentliche Farm ist gut eine dreiviertel Stunde entfernt. So wird es wieder nichts mit unserer Kaffee-Tour. Die nun folgende Landschaft ist herrlich. Grün so weit das Auge reicht und mit unter meint man sich fast in der
Heimat. Wir erreichen Nkhata Bay kurz vor der Dunkelheit, haben jedoch mit den immer enger werdenden Sträßchen zu kämpfen bevor wir unser ausgewähltes Camp, den „Butterfly Space“ erreichen. Die zu mietenden Cottages liegen
schön am Steilhang, für unseren Hansi bietet sich hingegen wenig Stellmöglichkeit. Da wir die engen Wege jedoch auf keinen Fall im Dunkeln zurück fahren wollen, parken wir auf dem einzig möglichen Fleckchen ebener Stellfläche
ein und vertagen die Rangieraktion auf den nächsten Morgen. Diesen beginnen wir nach dem Frühstück mit einem erfolglosen Internetversuch. Wir sehen jede Menge e-mails in unserm Posteingang, sind auf Grund der langsamen
Übertragungsrate jedoch nicht in der Lage auch nur eine einzige von ihnen zu lesen. Und das, wo wir uns doch immer so über e-mails freuen. Gemein. Also starten wir das Wendemanöver. Am Ortsausgang stoppen wir ausnahmsweise an
der Souvenirmeile mit den typisch malawischen Holzschnitzereien und treten in Verhandlung für verschiedene Objekte. Sehr zeitaufwendig aber erfolgreich und zudem ein sehr netter Verkäufer. Nachdem wir den einen Shop verlassen,
wollen natürlich auch alle anderen noch ein Geschäft mit uns machen. So kaufen wir beim „Nachbarn“ noch ein paar Kleinigkeiten, schauen in die Auslage eines weiteren Verkäufers und geben den restlichen der auf einen Umsatz
wartenden Souvenirverkäufer dann aber eine Absage. Unmöglich sich alles anzusehen.
Weiter geht’s entlang dem See in Richtung Chinteche. Diesmal lernen wir eine Menge über Kautschuk . Links und rechts der Straße stehen riesige Wälder mit Bäumen, aus
denen das Gummi gewonnen wird. Ebenso links und rechts der Straße säumen Kinder den Weg, die aus Kautschukfäden gewickelte Bälle verkaufen. Als wir anhalten um die Bäume mit ihren geritzten Mustern und
den Tontöpfchen zum Auffangen des flüssigen Kautschuks genauer unter die Lupe zu nehmen, hält kurz darauf ein Pickup hinter uns und wir werden von Christian angesprochen. Er ist Deutscher, lebt jedoch nach
einigen Jahren des Reisens nun schon lange in Malawi und arbeitet für die Kautschuk-Fabrik. Wir erfahren, das die Bäume, werden sie zur Kautschukgewinnung genutzt, nur
eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren haben. Dann werden sie zu instabil und drohen abzubrechen. Folglich ist der Kautschuk-Fabrik ein Sägewerk angeschlossen, in dem die alten Bäume verwertet
werden. Eigentlich wachsen die Bäume in erster Linie in Südamerika im Amazonasgebiet. Hier ist jedoch das Klima ähnlich, und so kann der „Gummibaum“ auch hier kommerziell genutzt werden. |
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Wir erreichen Chinteche und machen uns auf die Suche nach einem Stellplatz, der nach Möglichkeit auch über ein Internet verfügt. Ein Schild am Straßenrand lockt uns: „Flame-Tree-Lodge. Closed for
Sale.“ Wir sind neugierig und machen einen kurzen Abstecher. Und wir sind begeistert! Ein traumhaft schönes Gelände mit großen alten Bäumen, netten Gästehäusern, schönem Restaurant- & Barbereich und zudem so günstig an
einer Bucht gelegen, dass es gleich von zwei Seiten Strand zu bieten hat. Und was für einen! Wir wandern umher und schwelgen in Träumen. Was man da alles draus machen könnte... Naja, aber fantasieren wird man ja mal dürfen...
Wir setzen unsere Suche fort. Gar nicht so einfach, aber wir werden fündig. Ein großer Campsite mit Internet. Zielgruppe sind eindeutig Overlander –
Lkw´s, die mit etwa 15 bis 20 Passagieren an Bord zumeist innerhalb von vier Wochen zwischen Kenia und Südafrika hin und her reisen. Diese Art von Plätzen gefällt uns eigentlich eher weniger, aber das Internet überzeugt – schließlich wartet der Tansania 2 Bericht auf seine Fertigstellung. Das Schreiben ist allerdings die leichtere der beiden Übungen. Das Versenden der Daten via e-mail kostet uns hingegen mal wieder einige Stunden und Nerven. Zum Ausgleich werden wir kreativ tätig und verpassen Hansi ein paar Zebrastreifen.
Nach 3 Tagen geht es dann früh am Morgen weiter am See entlang. Unsere Gemüseeinkäufe tätigen wir wie so häufig rechts und links der Straße, verbunden mit zumeist sehr angenehmen, wenn auch nur kurzen Begegnungen. Da
Uwe sich nicht sonderlich gut fühlt, fahren wir bereits nach 150 km einen Campsite an, der wohl schon einmal bessere Zeiten gesehen hat. Dafür ist es angenehm ruhig und Uwe kann etwas ausruhen. Abends hat er dann jedoch
plötzlich 39,4 Grad Fieber. Nicole ist beunruhigt und der erste Verdacht lautet auf Malaria, was sich nach dem Check mit unserem Quick-Test jedoch glücklicher Weise nicht bestätigt. Wir bleiben noch einen weiteren Tag und nach
einigem Fieber-auf-und-ab geht es wieder etwas besser. Vermutlich wohl doch „nur“ eine kräftige Magen-Darm-Infektion. Als wir weiter wollen, bittet uns die Holländerin Frieda, die seit ein paar Wochen den Campsite gemanagt hat,
sie mit zu nehmen. Die Dinge sind nicht so gelaufen wie sie sollten, und sie
hat sich entschlossen, die Volontärarbeit zu beenden. So fahren wir zu dritt nach Senga Bay, wo wir jedoch nur eine Nacht verbringen. Es geht weiter nach Lilongwe, der Hauptstadt Malawis. Wir lassen uns auf dem
Mabuya-Camp nieder und sind freudig überrascht: Es gibt wireless-LAN – drahtloses Internet! Nach zwei Stunden ist auch unser Anti-Viren-Programm geupdated, so dass wir diesen Komfort in vollen Zügen
genießen können. Wir verbringen gesellige Tage und Abende mit Frieda und Uwe kann die Reste seiner Infektion auskurieren. Da direkt um die Ecke des Camps eine Arztpraxis ist, gehen wir vorsichtshalber aber
doch kurz beim Doktor vorbei und nach einer Blutuntersuchung im Labor ist klar, kein Malaria, kein Antibiotikum. Wir besorgen unser Visum für Mosambique, besuchen den angenehmen Markt in der
Stadt, besorgen zwei neue Batterien für die Stromversorgung in unserer Wohnkabine und genießen ein Café, in dem es warme Waffeln mit Vanilleeis gibt! Als wir nach ein paar Einkäufen den
Supermarkt verlassen treffen wir auf Birgit und Dirk (die zwei Deutschen hatten wir bereits in Dar es Salam und im Ruaha-Park getroffen) und verabreden uns für ein Abendessen beim Italiener. |
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Da wir von anderen Reisenden so viele positive Dinge über den South Luangwa NP in Sambia gehört haben diskutieren wir die verschiedenen Möglichkeiten eines Besuchs. Der Park liegt nicht auf
unserer Reiseroute und so entscheiden wir uns letztlich für eine organisierte Tour mit „Kiboko-Safaris“. Wir verabschieden uns von Birgit und Dirk und abends auch von Frieda und werden früh morgens von einem Landrover abgeholt.
Wir haben Glück – die Tour ist diesmal nicht ausgebucht und wir sind ein nettes kleines Grüppchen von 6 Leuten – neben uns sind Ingrid und Henk sowie Maria und Rosmarie aus Holland mit an Bord. So geht es über die Grenze nach
Sambia und wir müssen uns ausnahmsweise mal um gar nichts kümmern. Wie angenehm! Ein paar Kilometer hinter der Grenze geht es dann auf die noch etwa 150 km lange dirt road bis zum Park (auf der wir Birgit und Dirk überholen)
und wir sind froh, diese Wellblechpiste mal nicht selbst fahrend bewältigen zu müssen. Und Hansi ist es sicherlich auch. Am Camp angelangt beziehen wir unser Zelt, das mit zwei Betten, Nachttisch, Regal und Moskitonetzen sehr gut ausgestattet ist und direkt
am Luangwe-Fluss liegt. Den Rest des Tages dürfen wir uns erholen und die Hippos im Fluß beobachten. Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen, denn um 6 Uhr beginnt die Pirschfahrt. Die Landschaft des
Naturschutzgebietes und die zahlreichen Tiere sind faszinierend und es dauert nur wenige Minuten, ehe wir die ersten Löwen zu Gesicht bekommen. Die vier Stunden Game-Drive vergehen viel zu schnell, aber
wir haben ja noch drei weitere vor uns. Es gibt ein leckeres Mittagessen mit schönen Gesprächen und dann haben wir Pause bis zum Kaffee. Um 16.oo Uhr geht es dann
wieder los und nach Einbruch der Dunkelheit erleben wir unseren ersten Night-Drive. Die afrikanischen Naturgeräusche unter dem klaren Sternenhimmel sind für uns ein besonderes Erlebnis. Das
Programm des nächsten Tages ist das gleiche – nur mit anderen Tieren. In der letzten Nacht bekommen auch wir Hippo-Besuch direkt am Zelt. Es schmatzt und schmatzt und wir sehen den
riesigen grasenden Berg direkt vor unserem Fenster. In den vorhergehenden zwei Nächten hatte es bereits einmal Maria und Rosmarie als auch Ingrid und Henk besucht. Jetzt waren wohl wir an der
Reihe. Sehr beeindruckend. Wir genießen den Park in vollen Zügen und können uns am nächsten Morgen nur schwer losreißen. Wir verabschieden uns mal wieder von Birgit und Dirk, die ihre Route
nun durch Sambia fortsetzen. Nach einem kurzen Zwischenstopp an einer Textilfabrik geht es für uns wieder zurück nach Lilongwe. Auch wenn wir leider keinen Leoparden gesehen haben – es war eine
sehr sehr schöne Tour, in der wir dank unserem Guide Akim auch viel über Natur und Tiere gelernt haben.
Am nächsten Morgen kaufen wir noch ein paar seltene Güter wie Käse und Wurst im Shoprite und
besuchen den sehr angenehmen lokalen Gemüsemarkt auf dem wir ebenfalls ein paar Raritäten wie Blumenkohl und frische Erdbeeren erstehen. Dann geht’s noch einmal zur Bank (man bekommt per
Abhebung je nach Stimmung des Automaten immer nur zwischen 36 € und 90 € ausgezahlt), denn wir wollen Tanken. Geld bekommen wir, der Diesel ist jedoch im ganzen Stadtgebiet ausverkauft. Nicht
ganz so schlimm, wir haben noch genügend Reserve. Einige Kilometer hinter der Stadt finden wir dann doch noch eine Tankstelle, an der es noch Diesel gibt und während wir tanken wird die
Autoschlange hinter uns länger und länger. So ist bereits früher Vormittag als wir uns endlich auf den Weg zur Mua-Mission machen. |
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Die Mission ist unter anderem bekannt für ihr Museum, in dem die Kultur und Lebensweise der großen Stämme Malawis – der Chewa und der Ngoni – sehr anschaulich dargestellt ist. Das Museum wurde von Pater Boucher, den wir auch persönlich kennen lernen, aufgebaut.
Bereits kurz nach unserer Ankunft werden wir mit Markus aus Dresden bekannt gemacht, der seine Semesterferien mit Arbeiten in der Mission verbringt und uns einige interessante Dinge über Projekte und Vorhaben
der Mission erzählt. Am nächsten Tag besuchen wir mit ihm gemeinsam den Dorfmarkt, verzichten in Anbetracht der Uhrzeit jedoch auf die Verkostung des selbst gebrauten Maisbieres, das trotz seiner 10 Prozent
bereits schon am Vormittag großen Absatz findet. Anschließend sehen wir uns noch kurz auf dem Gelände des Missionshospitals um und statten
dem Shop, in dem einheimische Holzschnitzer ihre Produkte zum Verkauf anbieten, einen Besuch ab.
Entlang einer niegel nagel neuen Teerstraßen, die jedoch leider noch nicht befahren werden darf, geht
es zum Cape Mclear, im Lake Malawi Nationalpark gelegen. Zunächst sind wir enttäuscht. Es ist sehr touristisch, Strände haben wir auch schon schönere gesehen und wie immer an touristischen Orten
werden wir von einigen Beachboys belagert. Am nächsten Morgen überlegen wir, ob wir überhaupt bleiben sollen, entschließen uns dann aber zu einem Besuch des Otter-Points, der im Nationalpark
gelegen ist, in der Hoffnung dass es hier etwas ruhiger ist und man ein wenig Schnorcheln kann. Beides ist der Fall und wir sind so begeistert von den zahlreichen kleinen bunten Fischchen, dass wir
für den nächsten Tag eine Bootstour zu einer der vorgelagerten Inseln buchen, an der es noch mehr verschiedene Fische zu sehen geben soll. Wir verhandeln mit Isaac, einem der Guides innerhalb des Nationalparks Preis und Abfahrzeit und
verabschieden uns bis zum nächsten Tag. Der Beginnt mit etwas Ärger mit einem der Beachboys, der ziemlich ungehalten ist, weil wir die Bootstour nicht bei ihm gebucht haben – schließlich war er doch der
erste, der mit uns gesprochen hat. Genau genommen war er derjenige, der uns bei unserer Anreise schon außerhalb von Cape Mclear mit wilden Gesten zum Anhalten bringen wollte, was wir ignorierten,
woraufhin er mit seinem Rad eine Abkürzung durch den Ort nahm, vor uns durch das Tor zum Campsite führ und uns gleich beim Öffnen der Autotür eine Bootstour offerierte.
Ganz unaufdringlich also. Jedenfalls haben wir nicht bei ihm gebucht. Allerdings erscheint Isaac, bei dem wir gebucht haben, nicht zur vereinbarten Zeit und erst eine Stunde später, als wir eigentlich gar
nicht mehr mit ihm gerechnet hatten, lässt er uns von seinem Freund Patrik abholen und zum Boot bringen. Also kommen wir doch noch zu unseren Fischen. Und die machen uns sehr viel Freude. Bunt
und zahlreich tummeln sie sich in großen Schwärmen zwischen den großen Felsen der Insel und wir mittendrin. Während wir schnorcheln bereiten uns Isaac und Patrik ein Lunch aus frischem Fisch und
Reis mit Tomatensauce. Sehr lecker! Es ist ein sehr schöner Tag und wir sind froh, geblieben zu sein.
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Nächste Etappe ist der Liwonde Nationalpark, der Vorzeigepark Malawis, was Tiere betrifft. Leider sind davon nicht allzu viele anzutreffen, da es in der Vergangenheit sehr große Probleme mit
Wilderern gab und sich der Tierbestand nur langsam erholt. Sehr schön ist jedoch die Bootsfahrt auf dem Shire, bei der wir dicht an Hippos, Krokodile, Warane, zahlreiche Vögel und auch Elefanten herankommen. Als wir das
Naturschutzgebiet verlassen ist unser Ziel eigentlich Mulanje, ein sehr sehenswertes Bergmassiv mit zahlreichen Wandermöglichkeiten. Nicole ist von den vielen Eindrucken der letzten Tage jedoch schon wieder so überfrachtete,
dass wir kurz entschlossen auf dem Zomba-Plateau Halt
machen. Zuvor konnten wir den interessierten Polizisten auch endlich mal unsere zwei Warndreiecke präsentieren. Die sind Pflicht, bisher wollte sie aber noch niemand sehen. Nach der Bewältigung einiger
Höhenmeter auf guter Straße, an der immer wieder Erdbeeren, Brombeeren und interessante, gut schmeckende gelbe Beeren zum Verkauf angeboten werden, kommen wir uns dann vor wie zu Hause. Es
gibt große Pinienbestände, riesige Farne, am Camp der Forellenfarm plätschert neben unserem Hansi ein kleines Bächlein und am Wegesrand entdecken wir sogar Gänseblümchen. Und das 16.500 km entfernt von der Heimat. Am
nächsten Tag machen wir eine kleine aber feine Wanderung und lernen am Abend Hein und Bernadette aus Holland kennen, die sich mit ihrem Mercedes Truck zu uns gesellen. Es ist ein
unterhaltsamer Abend, und wir erhalten auch einige Informationen über Mosambique, die uns zu einer Routenänderung veranlassen. So geht unser Weg – gut bestückt mit jeglicher Art von Beeren – und
einem kurzen Abstecher nach Blantyre zwecks Gasauffüllung (leider erfolglos) weiter nach Mulanje. Auf die geplanten Wandertage verzichten wir, da wir auf dem Zomba-Plateau bereits festgestellt haben,
dass die augenblickliche Wetterlage nur Ausblicke auf „weiße Wände“ gestattet und es irgendwie an der Zeit ist weiter zu Reisen – auch wenn wir Malawi nur schweren Herzens verlassen, da uns Land
und Mensch ein wenig ans Herz gewachsen sind. Wir nächtigen auf dem Gelände des Mulanje Golf Clubs, wo wir am Abend noch mit Peter, einem ehemaligen GTZ-Angestellten auf ein Bierchen
zusammen setzen und dabei zahlreiche Geschichten über sein Ofenprojekt zu hören bekommen. Wir beschließen noch einen Tag auf dem Platz zu verweilen und unseren Malawi-Bericht zu schreiben,
Wasser aufzutanken, Schuhe zu reparieren, unsere Wäsche waschen zu lassen (für uns ein angenehmer Sevice, für die Angestellten ein willkommenes Zubrot) und das direkt vor unserer Tür
stattfindende Golfturnier zu beobachten. Und morgen geht es dann über die Grenze nach Mosambique, wo uns nach der Grenze zunächst 200 km dirt road (Wellblechpiste) erwarten. Wir sind gespannt. |
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Unsere Eindrücke zu Malawi:
Der Tourismus spielt zumindest entlang des See eine immer größer werdende Rolle, ansonsten lebt das Land durch den seit Zeiten der Unabhängigkeit
eingeschlagenen Kurs, der Forcierung der Landwirtschaft. Den uns gegebenen Antworten zufolge liegt zur Zeit sogar ein Exportplus für Mais vor, die politische Landschaft ist stabil, die nächsten Wahlen finden in 2009 statt. Aber
wie in all den zuvor bereisten Ländern ist die Armut vorhanden, eine Reinigungskraft verdient ca. 20,-- EUR im Monat. Wie bereits in anderen Ländern beobachtet, wächst sich die Schädigung der Natur durch Abholzung zum Problem
aus. Ganze Berghänge werden abgeholzt um Feuerholz oder Kohle zu gewinnen. Der Unterschied zwischen Land und Stadt ist enorm. In Lilongwe kann man wireless im Internet surfen, während ein paar Kilometer vor der Stadt die
Menschen in ganz einfachen Hütten leben. Diese Gegensätze begleiten uns seit der ganzen Reise und geben uns immer wieder Anlass zum Nachdenken. Der Umgang damit ist nicht immer einfach. Wie bereits im Bericht erwähnt,
verlassen wir Malawi ungern, dieses Land zu bereisen war uns ein Genuss. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen ist auffallend, die alltäglichen Begegnungen wie Einkauf waren sehr angenehm. Wir werden es in schöner
Erinnerung behalten.
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