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Tansania Teil 1:15.06.2008 – 28.07.2008
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Zwischen der kenianischen und der tansanischen Seite der Grenze liegen gut 3 km Niemandsland. Vor der Grenzstation reihen sich zahlreiche Lkw´s hintereinander. Wir parken, um uns erst einmal zu
erkundigen, ob wir die große Waage befahren müssen oder nicht. Wir dürfen vorfahren und suchen uns den Weg zum Immigration Office. Datenkärtchen ausfüllen, Visagebühr entrichten, auf den Stempel warten. Fertig. Auch das
Abstempeln des Carnets geht schnell über die Bühne. Dann aber die Bezahlung der Straßennutzungsgebühr (Roadtax). Wo wir denn hinfahren. Und welchen Weg genau. Eigentlich wissen wir das selbst noch nicht. Wir geben die
wahrscheinlichste Route an und erwarten das Ergebnis der ausführlichen Berechnungen – fein säuberlich diversen Tabellen entnommen. Der Betrag ist für unseren Geschmack dann doch etwas zu hoch. Wir verändern die Route, so dass
wir einen deutlich geringen Preis zu entrichten haben und erhalten nach einigem Warten ein Papier, auf dem alle Daten sowie die zu fahrende Route genau vermerkt sind. Auf die Frage, ob wir eine Versicherung brauchen erhalten
wir zur Antwort, dass wir doch ein Carnet haben. Wir fragen noch einmal und bekommen die gleiche Antwort. Also schenken wir uns die – unseres Wissens nach obligatorische – Versicherung.
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Was mit der Roadtax passiert, ist uns ein Rätsel. Direkt von der
Grenzstation können wir einsehen, wovon wir bereits gehört haben. Die Regenfälle der letzen zwei Tage haben die Piste in eine einzige Schlammschlacht verwandelt und seit dem Vortag steckt bereits ein Bus
fest. Die Stimmung gleicht einem Volksfest. An den Straßenrändern stehen Menschenmengen, die die Geschehnisse beobachten. Ein paar Halbwüchsige schlagen aus der Situation Profit, indem sie kalte Sodas
verkaufen oder das Gepäck der Fernreisenden aus den Bussen auf Karren laden und durch die Matschstrecke transportieren, um sie dann entweder in andere Busse zu
verladen oder in kleinen Grenzhotels abzustellen. Ab und an versucht ein Kleinwagen oder ein Minibus an dem festgefahrenen Bus vorbeizukommen, was von entsprechenden Kommentaren der
umstehenden Menge begleitet wird. Ein Dalla-Dalla-Fahrer (so heißen die hiesigen Sammeltaxis) schafft es mit Bravour, wofür er großen Applaus erntet und als „Held“ gefeiert wird. Dass wir den
Engpass bewältigen können ist eher unwahrscheinlich. Wir parken unseren Hansi und bereiten uns gedanklich darauf vor, die Nacht an der Grenze zu verbringen, was insbesondere Nicole wenig behagt
. Wir kochen gegen den aufkommenden Hunger ein paar schnelle Fertignudeln und Uwe checkt erneut
die Situation. Da die Sonne heute mit voller Kraft vom Himmel strahlt ist der Boden innerhalb der verstrichenen zwei Stunden enorm abgetrocknet. Der Bus ist mit Hilfe eines Loaders frei gekommen und die kleineren
Busse rüsten sich zur Durchfahrt. Wir nutzen die Gunst der Stunde und reihen uns zwischen Dalla-Dallas und Überlandbussen ein, um noch vor den Lkw´s das Stück Piste zu nehmen. Mit dem Allrad kommen wir jetzt
gut durch und nach etwa 2 km ist die erdige Piste wieder normal befahrbar. Es ist Nachmittag und wir sind guter Dinge, Tanga noch erreichen zu können.
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Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, wir fahren durch Dörfer, über Flüsse und durch urwüchsige Vegetation. Das einzige was uns zu denken gibt, ist der nun wieder einsetzende Regen. Nach
kurzer Scheibenwischerinstandsetzung ist das dann aber auch kein Problem, zumal sich die Strecke in eine geteerte Straße wandelt. So erreichen wir noch kurz vor der Dunkelheit die Küstenstadt Tanga. Der dortige „Kiboko Campsite“ wird von einem Schweizer geleitet und ist
weitaus schöner, als wir erwartet hatten. Dankbar, die Nacht nicht an der Grenze verbringen zu müssen richten wir uns ein und bekommen kurz darauf Gesellschaft von einem weiteren Rundhauber. Wir verbringen
einen geselligen Abend mit Dirk, Jasmin und David und hören von ihren Erlebnissen. Die nächsten zwei Tage verbringen wir mit Bergen von Wäsche, sehen uns die mit deutscher kolonialer Geschichte überhäufte
Stadt an, und unterhalten uns viel mit Dirk, der die letzten 10 Jahre im südlichen Afrika gelebt hat. Das Klima in Tanga ist drückend warm und sehr
feucht, so dass unsere Wäsche ganze zwei Tage zum Trocknen braucht und im Ergebnis eher stockig muffelt als wie frisch gewaschen zu duften – die kleinen Probleme des Reisealltags eben. Die Stadt als solches gefällt uns nicht
sonderlich, vielleicht liegt es an der vergangenen deutschen Unterdrückergeschichte, die noch Ihre morbiden „Charme“ versprüht. Wir möchte weiter. Eigentlich wollen wir das von zwei Deutschen geführte Peponi-Camp an
der Küste ansteuern. Da jedoch die auf der Strecke zu passierende Fähre seit einiger Zeit auf dem Trockenen liegt und die anderen Pisten durch den Regen
unbefahrbar sind, beschließen wir kurzerhand zusammen mit Dirk einen kleinen „Rundhauberkonvoi“ nach Dar es Salam zu bilden. Die Fahrt führt durch sehr
fruchtbares Gebiet mit vielen Sisal- und Orangenplantagen. Auf verhältnismäßig guter Teerstraße erreichen wir nach 360 km Dar es Salam, die wichtigste Stadt Tansanias
, wobei die eigentliche Hauptstadt Dodoma ist. Dirk kennt ein großes Shoppingcenter am Stadtrand, auf dessen Parkplatz wir mit Genehmigung der Security für eine Nacht stehen könnten. So überlegen
wir nicht lange, da wir am nächsten Tag durch die ganze Stadt müssen um per Fähre auf die Südspitze Dar es Salams zu gelangen, wo sich die schönen Sandstrände und Campsites befinden. Natürlich kommt es
wieder einmal anders als wir denken, denn um ca. 22.00 Uhr (Uwe liegt schon im Bett) hat der oberste Securitychef dann doch entschieden, dass wir hier nicht stehen dürfen. Dirk, Jasmin und David wollen zu einer Goddyear Niederlassung, welche
Dirk kennt um dort zu nächtigen. Uns ist das alles zu kompliziert, wir suchen uns das nächste Hotel mit ordentlichem Parkplatz, fragen ob wir gegen Gebühr in Sichtweite der Security stehen können und haben für
den Rest der Nacht einen sicheren Stellplatz. |
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Früh am Morgen machen wir uns auf den Weg durch die Stadt und sind überrascht, dass wir im dichten Berufsverkehr so gut voran kommen. Kurz vor der Fähre erreicht das Straßengewirr dann seinen
Höhepunkt und wir erwischen eine Einbahnstraße in verkehrter Richtung. Ein gewissenhafter Polizist verpasst uns unser erstes (und hoffentlich letztes) Knöllchen in Afrika. Diese Hürde genommen reihen wir uns in die Wartespur
für die Fähre ein, wo wir dank unseres Fahrfehlers nun ganz vorne stehen. Dies nützt uns jedoch wenig, denn die Dame vom Ticketschalter fragt mit zweifelnder Miene nach dem Gewicht unseres Hansis. Mit böser Vorahnung schwindeln
wir: „4 Tonnen“. Damit liegen wir aber leider noch immer zu hoch, denn die Fähre darf nur bis maximal 3 Tonnen befördern. Uwe gibt nicht auf: „OK, wir haben uns geirrt, der LKW wiegt nur 3 Tonnen“. Doch es ist nichts zu machen,
die Dame bleibt hartnäckig und wir sollen zurückfahren. Zurückfahren ist bei
dem engen Sträßchen mit unserem Lkw jedoch ausgeschlossen und so durchfahren wir das Gelände um dann zu drehen und zurück zu fahren. Dabei erblicken wir zum ersten Mal die Fähre. Eine sehr große Fähre mit
jeder Menge Platz für Hansi. So entschließen wir uns, nicht zu wenden und statt dessen zu diskutieren. Da die Mitarbeiter uns nicht von einer Umkehr überzeugen können, wird Uwe bis zum Manager der Fähranlage
vor gelassen. In dessen Büro beschließt der Manager eine Ausnahme zu machen, und uns die Benutzung der Fähre zu gestatten. Hierfür bedanken wir uns herzlichst, hätte
doch die Verweigerung der Fähre einen Umweg von einigen Stunden bedeutet. So passieren wir mit der Fähre die Hafeneinfahrt und stoppen auf gegenüberliegender Seite noch kurz, um etwas Obst und
Gemüse einzukaufen. Kaum sitzen wir wieder im Hansi, hält vor uns ein Auto, aus dem vier Männer steigen und auf uns zukommen. Sie seien von der Immigration und wollen unsere Pässe sehen.
Warum, wieso, weshalb – keine Ahnung, aber offensichtlich ist alles in Ordnung und wir können weiter fahren. |
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Von so viel nächtlichem und morgendlichem Trubel sind wir erschöpft und entscheiden uns kurzerhand für die „Mikadi-Campsite“, die ca. 2 km hinter der Fähre liegt. Eigentlich wollten wir ein
paar Kilometer südlicher zum Sunrise-Beach-Resort, um dort Thomas mit seinem Feuerwehrrundhauber, mit dem wir im Sudan ein Stück zusammen gereist waren, wieder zu sehen. Doch wir fühlen uns im Augenblick wenig
gesellschaftsfähig und wollen erst mal ein paar Tage rein gar nichts tun. Und da Thomas so schnell nicht davon fährt, da er noch die restlichen Bürokratiearbeiten für seinen Campsite in Dar es Salam abwickeln muss und er zudem
auch noch nichts von unserer Ankunft weiß, haben wir keine Eile. So paradox es auch klingen mag: Das ständige Reisen fordert seinen Tribut, wir sind beide müde, erschöpft und freuen uns auf ein paar ruhige Tage zu Zweit, die
wir mit Lesen, Muscheln suchen und ausruhen verbringen. Wir sind erstaunt, in Stadtnähe solch schöne Strandbuchten zu sehen, wenn auch von langen Strandspaziergängen aus Sicherheitsgründen abgeraten wird. Wir lernen zwei Fahrer
von Overland-Bussen kennen, einer aus Malawi der andere aus Simbabwe. Die Gespräche mit Ihnen sind interessant und trotz Ihrer Lebensumstände haben die beiden immer ein Lächeln auf den Lippen. In Afrika werden Probleme einfach
anders bewertet und sie gehören irgendwie zum Leben dazu.
Nach ein paar Tagen machen wir einen Gang in die Stadt, was bedeutet: einige Meter zu Fuß vom Camp bis zur Straße, dort auf ein nicht hoffnungsvoll überfülltes
Dalla-Dalla warten. Vor bis zum Fähranleger, Ticket kaufen, rauf auf die Fähre und nach einigen Metern Fußweg auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt hat man dann die Innenstadt von Dar es Salam erreicht. Nebenbei bemerkt: Der
Name Dar es Salam kommt aus dem Arabischen und bedeutet: Hafen des Friedens, ein schöner Name, wie wir finden. Die Stadt gefällt uns sehr gut. Sie hat einen eigenen Charme und durch zahlreiche historische Gebäude ist die
deutsche Kolonialvergangenheit noch gut erkennbar. Postmoderne Wolkenkratzer und geschichtsträchtige Altbauten fügen
sich zu einem harmonischen Bild und bieten vor der Hafenkulisse eine sehr schöne Skyline. Bei unserer ersten „Stadterkundung“ treffen wir prompt Jasmin und Dirk wieder, später, als wir ahnungslos beim
Mittagessen sitzen, werden wir von Thomas „erwischt“. Die Welt ist ein Dorf, das zeigt sich immer wieder. Die Wiedersehensfreude ist groß, das letzte Mal hatten wir Thomas in Karthoum gesehen. So beschließen
wir, noch heute zum Camp des „Sunrise-Beach-Resorts“ umzusiedeln und sind begeistert: Schöner kann es gar nicht sein. Wir stehen mit unserem Hansi direkt am feinen
Sandstrand, Palmen, türkisfarbenes Wasser... Wir wissen sofort, dass wir hier eine größere Halbzeitpause einlegen werden und richten uns diesmal besonders heimisch ein: Mit Teppich gegen
den Sand und aufgespanntem Tarp gegen die Sonne. Und jetzt – nur nicht mehr bewegen! |
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Wir genießen die Tage mit Thomas. Wir hören von seinen Behördenkämpfen, um endlich mit dem Campsite am Lake Nyasa beginnen zu können. Wir trinken gemeinsam Kaffe, hören tagtäglich von seinen
kleinen Erfolgen und Misserfolgen, schwimmen im Meer, gönnen uns einige Massagen bei den philippinischen Spa-Damen, dinieren im Kerzenschein direkt am Strand, lesen, holen unseren Kenia 2-Bericht nach, trinken Kokosnussmilch,
sammeln Muscheln und machen schöne Strandspaziergänge, was hier unbedenklich möglich ist. Uwe joggt am Strand, Nicole genießt das kostenlose Floating im Meer, kurzum: wir nehmen eine Auszeit vom Reisealltag und haben genügend
Zeit, all die Erlebnisse der vergangenen Wochen zu verarbeiten.
Eines Morgens möchte Uwe wieder mal in die Stadt, um den Kenia 2-Bericht auf den Weg zu bringen und einige Besorgungen zu machen. Da wir uns noch immer
keine Drahtesel zugelegt haben, leiht er sich das Rad von Thomas. Es ist der Sonntag, an dem das Filippi-Rützel-Bike-Team das Radrennen in Frammersbach bestreitet. Uwe ist in Gedanken dabei und so will auch er ein kleines
„Rennen“ einlegen. Abends allerdings kehrt er ohne Rad heim. Geklaut. Innerhalb weniger Sekunden beim Tomatenkauf. Ein gutes Rad, das sich unabhängig vom finanziellen Wert in Afrika gar nicht beschaffen lässt. Samt
Satteltasche, ledernem Sattel, gerade erst aus Deutschland eingetroffener Luftpumpe, Einkäufen und unserem kleinen schwarzen Büchlein, in das wir seit Reisevorbereitung alles mögliche eingetragen hatten, so auch sämtliche
Reisekontakte der letzten 6 Monate. Der Kummer ist groß, insbesondere da das Rad ja nur geliehen war. Thomas reagiert wie ein richtiger Freund und nimmt die Situation mit den Worten „es gibt Schlimmeres“ gelassen hin. Uwe hat
zwar bei der örtlichen Polizei vorgesprochen, doch das verspricht kaum Aussicht auf Erfolg – weg ist weg. So gibt es in unseren erholsamen Tagen doch einen kleinen Wehrmutstropfen. Einzig tröstlich ist, dass Thomas in einigen
Tagen ohnehin noch einen Flug nach Deutschland vorhat und so halbwegs adäquaten Ersatz besorgen kann.
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Und so vergehen die Tage. Wir lernen andere Reisende kennen – Engländer, Schweizer, Holländer, Neuseeländer, Südafrikaner. Es sind schöne, wenn auch zumeist kurze Begegnungen, da die meisten nach
ein oder zwei Tagen wieder aufbrechen. Auch Jasmin verabschiedet sich von Dirk und kehrt für ein paar Tage hier ein. Wir erfreuen uns an Thomas Kochkünsten und seinem Backofen: frisch gebackenes Brot, Kartoffelauflauf und
selbstgebackenen Kuchen im von Marion und Frank geliehenen Backtopf. A propos Frank – ein Freund, den wir beim Besuch unseres ersten Globetrottertreffens im vergangenen Jahr kennen gelernt haben. Nachdem Thomas vergeblich
versucht hat uns für ein Jahr zur Mitarbeit auf seinem Campsite zu gewinnen, haben wir den Kontakt zu Frank hergestellt und so wie es aussieht scheint es zu klappen und Frank wird schon bald in Tansania mit Hand anlegen. Damit
sind dann schon zwei Freunde vor Ort und so werden wir sicherlich nicht das letzte Mal in Tansania gewesen sein.
Da sich Nicole strikt weigert, diesen paradiesischen Ort zu verlassen fährt Uwe wieder einmal allein in die
Stadt. Nachdem er bereits vormittags gestartet und am späten Nachmittag noch immer nicht zurück ist, machen wir uns etwas Sorgen. Am Telefon versichert er aber, es sei alles in Ordnung und er sei gleich da. Kurz darauf erscheint er – mitsamt Thomas Fahrrad! Die
Freude ist groß und die vorbereitet Gulaschsuppe kommt als Festessen gerade recht. Uwe hatte an dem gleichen Stand wie in der Woche zuvor Tomaten gekauft, als er von dem Polizisten angesprochen wurde, dass
das Rad wieder aufgetaucht sei. So fährt Uwe direkt mit zur Polizeistation, gibt den Vorfall nachträglich zu Protokoll und weigert sich, ohne das Rad zu gehen. Es sollte eigentlich noch bis zum übernächsten
Tag auf der Station verbleiben, da es als Beweisstück vor Gericht gebraucht wird. Da Uwe dort jedoch sowieso erscheinen muss, kann er es schließlich mitnehmen, sofern er es zum Gerichtstermin wieder
mitbringt. Wir können es gar nicht fassen: Das Rad ist wieder da! Samt Satteltasche, Luftpumpe, Sattel und unserem schwarzen Büchlein! Unbegreiflich! Doch Ende gut – alles gut. Für den Dieb allerdings hatte
es keinen guten Ausgang. Er wurde zu 8 Monaten Haft verurteilt, was für unser Rechtsverständnis eine sehr harte Strafe ist. Doch steht es uns
wenig zu, andere Rechtssysteme zu beurteilen, zumal wir nicht wissen, ob er vorher schon etwas auf dem Kerbholz hatte. |
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So verfliegen die Tage. Mit Waaunga, einen hiesigen Fischer, der schon seit Jahren mit Thomas befreundet ist, segeln wir mit einem für hier an der Küste typischen Fischerboot (Ngalawa) auf eine
vorgelagerte Insel. Die Fahrt mit einer Ngalawa wird uns in Erinnerung bleiben, diese Holzboote mit den beiden Auslegern werden in dieser Konstruktion seit vielen
Jahrhunderten gefertigt. Diese geniale Konstruktion erinnert an ein Sportgerät, beim Segeln werden beachtliche Geschwindigkeiten erreicht. Thomas muss leider in ein anderes Camp umsiedeln, da der hiesige
Eigentümer von seinen Campsite-Plänen erfahren hat und nun irgendetwas fürchtet. Zwei Tage später fährt Thomas jedoch ohnehin nach Matema an den See, da auch dort noch einige Formalitäten zu
erledigen sind. So packen auch wir wenig später unseren Rucksack und machen uns auf den Weg nach Sansibar. Wir nehmen die Fähre und lassen Hansi beim Sunrise
-Beach-Resort zurück. Die Überfahrt ist sehr unruhig und wir sind froh, nach drei Stunden wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Wir quartieren uns im Kiponda-Hotel ein (Karin & Patrick –
vielen Dank für die Empfehlung! Die Tour der beiden ist unter www.africafeeling.ch zu verfolgen.), ein
einfaches aber sehr gepflegtes Hotel in zentraler Lage. Wir schlendern noch ein wenig durch die Altstadtgässchen und treffen auf die „Fressgasse“ von Sansibar – ein Sträßchen, in dem zahlreiche Garküchen allerlei Leckereien anbieten, von Fisch- und Fleißspießen über eine spezielle Art Pizza bis hin zu
Zuckerrohrsaft mit Ingwer und Limone. Wir probieren ein paar Kleinigkeiten, kommen mit einem Pärchen aus Wien ins Gespräch und dinieren dann im „Mercury´s“, dem Restaurant zu Ehren Freddie
Mercurys, der auf Sansibar geboren wurde. Tags darauf ist Sightseeing angesagt: Das alte arabische Fort, in dem gerade ein Filmfestival stattfindet, der alte Sultanspalast mit dem Beinamen „House of Wonders“
, da es das erste Haus auf Sansibar war, in dem es Strom, fließendes Wasser und sogar einen Fahrstuhl gab. Heute ist in ihm ein sehr schönes Museum untergebracht, dass in liebevoller
Dekoration und Ausstattung einen umfangreichen Einblick in das frühere Leben auf Sansibar und auf See gewährt. Aber allein schon das Schlendern durch die verwinkelten Gassen, in denen noch
zahlreiche der typischen und reich verzierten Holztüren Sansibars zu bestaunen sind, lässt noch gut den Reichtum erahnen, den Sansibar seinerzeit durch den Handel mit Sklaven und Elfenbein erzielt
hat. Es ist eine schöne Stadt, wenn auch sehr touristisch. Aber auch das ist zur Abwechslung mal ganz angenehm. So lassen wir uns treiben, unternehmen eine Spice-Tour, in der wir so einiges über die
Gewürze der Insel erfahren und nun endlich auch wissen, wo und wie der Pfeffer wächst. Ein weiteres beeindruckendes Erlebnis ist die Dolphin-Tour. Mit dem Minibus geht es in den Süden Sansibars
nach Kizimbazi. Dann per Boot raus aufs Meer. Der Wellengang ist sowohl für die kleine Nussschale als auch für unsere Mägen eine echte Herausforderung. Aber wir sehen tatsächlich Delfine! Eine
Familie von etwa 10 Tieren nahe am Boot. Theoretisch besteht die Möglichkeit mit ihnen zu schwimmen. Uwe wagt sich auch mal kurz ins Wasser, aber dann nimmt auch bei Ihm die Übelkeit
überhand. Doch selbst vom Boot aus ist es ein tolles Erlebnis. |
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Da wir immer nur von einem Tag auf den anderen planen, müssen wir für eine Nacht unser Hotel wechseln, da es ausgebucht ist. Als wir am nächsten Morgen wieder zurückziehen, „stolpern“ wir über
eine Tauchschule, bei der gerade eine Gruppe im Abmarsch ist. Wir schließen uns kurz entschlossen an, um unsere ersten Schnorchelerfahrungen zu sammeln. Es geht ein gutes Stück mit dem Boot hinaus an ein Korallenriff. Wir
brauchen eine Weile um uns mit dem Schnorcheln vertraut zu machen und erfahren beim ersten Blick ins Wasser, dass es in den Tiefen des Meeres riesige Seeigel gibt. In die möchten wir lieber nicht hineintreten! Aber auch einige
Fische können wir sichten. Dann geht es mit dem Boot zu einer Sandbank. Eine kleine Insel nur aus Sand! Traumhaft! Nicole ist total begeistert und ziemlich hin und her gerissen zwischen Muscheln sammeln und Schnorcheln. Dann
erweist sich die Kombination aus beidem als beste Lösung. Ein paar Meter von der Sandbank entfernt bietet sich dann ein Blick wie im Aquarium: Korallenriffe, bunte Fische und man selbst mittendrin. Schon ein sehr faszinierendes
Erlebnis, bei dem die Zeit leider viel zu schnell vergeht. Wir verbringen noch einen weiteren schönen Tag in Stone Town und verabschieden uns dann von der Insel. Es geht zurück nach Dar es Salam, diesmal in nur zwei Stunden.
Hier werden wir noch zwei bis drei Tagen verbringen, um uns wieder reisefertig zu machen: Wäsche waschen, Lebensmittel aufstocken, Versicherung für Hansi abschließen, Bank und Internetbesuch. Dann geht es über Iringa zum Ruaha
Nationalpark, bevor wir weiter in Richtung Malawi ziehen.
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